Leserartikel: Prinzipientreue oder Neugier 12?

Veröffentlicht: Juli 18, 2011 in Blog, Das Schwarze Auge, DSA, Leserartikel, Pen & Paper, Rollenspiel
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Wie mehrfach erwähnt, ist Gotongi auch für Beiträge von Leser offen. Wir freuen uns sehr, euch den ersten Leserartikel präsentieren zu dürfen.

Vor dieser Frage stand wohl jeder DSA-Spieler. Die GP sind knapp und den 12 GP Vorteil „Guter Rollenspieler (TM)“ hat natürlich jeder. Also muss mit Nachteilen ausgeglichen werden. Beliebt ist Neugier 12, denn zum Rollenspiel gehört es ja dazu, jedes noch so unwichtige Detail bis in die tiefsten Abgründe zu erforschen. Man will ja nichts verpassen. Aber genauso könnte man als Held seine Energien stattdessen auf die plotrelevanten Probleme lenken.
Es muss also eine Alternative her. Prinzipientreue (Wahrheitsliebe und Rechtschaffenheit) wäre ein guter Kandidat. Ganz im praiotischen Sinne muss jeder NSC und seine Motivation hinterfragt werden: Wer ist er? Was will er? Warum will er das? Sind diese Motivationen überhaupt mit den eigenen Prinzipien vereinbar?
Das Problem hierbei ist: Beide Nachteile neigen dazu, mitunter den Plot zu sabotieren. Bedingungslose Rechtschaffenheit kann manchen Helden in Blakharaz‘ Küche bringen und das dezidierte Hinterfragen von NSC-Motivationen führt schnell zu meisterlicher Verlegenheit, denn im typischen DSA-Szenario ist vorgesehen, dass die Helden dem geplanten Plot folgen und nicht die falschen Fragen stellen.

Was heißt das für Gotongi?
Selbsternannte „Helden des Internets“ reiten auf diesen ihren Nachteilen herum und wollen unbedingt wissen, wer hinter Gotongi steht. Drohen gar mit der praiotischen Ordnung (wie unheldenhaft) und – viel schwerwiegender – vergessen darüber sogar den eigentlichen Plot.
Denn die Aufgabe in diesem Szenario ist nicht, heraus zu finden, wer die Strippenzieher sind, sondern sich mit den Fragen zu beschäftigen, die hier aufgeworfen werden (und die ihr euch vielleicht selbst schon länger stellt).

Damit Gotongi sich – unbeeinflusst von persönlichen Querelen oder Befindlichkeiten – ganz den sachlichen Fragen widmen kann, benötigt man geradezu die Anonymität.
JEDER kann Artikel einreichen, dafür braucht es keine Angabe eines Autors, keine Email-Adresse und auch sonst nichts, was auf die Identität rückschließen lässt. Nur ein sachliches Thema mit berechtigter Kritik zählt.

Daher der Aufruf: Helden, beschäftigt euch mit den Sachthemen, die Gotongi in die Internetspielrunde wirft und haltet euch, ganz in alter DSA-Tradition, an den Plot. Steigert Selbstbeherrschung und haltet euch folgendes vor Augen: Gotongi ist nicht auf persönlichen Ruhm oder Publicity aus, sondern will kritische Themen jeglicher Art ansprechen, die jeden von uns – Internethelden, Fanboys, Spieler, Spielleiter, Nörgler und auch all die kleinen Dämonen – betreffen.
Vielleicht ist sogar dein Spielleiter ein geflügeltes Auge? Dein Nachbar? Einer deiner Mitspieler? Ein DSA-Redakteur? Oder am Ende du selbst?
Wir wissen es selbst nicht – und das ist gut so. Es geht um die Sache, nicht um Personen.

PS: Auch dieser Artikel wurde anonym bei Gotongi eingereicht und niemand wird je erfahren aus wessen Feder er stammt.

– Anonymous, in der Hoffnung, dass die Augendämonen den Beitrag veröffentlichen

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Kommentare
  1. David sagt:

    Und selbst ist er bestes Beispiel (der Eintrag).
    Wüsste man sicher, dass es wirklich ein Leserbeitrag ist und er nicht einfach eingesetzt wird, um eine „Mehrheit“ zu suggerieren, wäre er viel mehr wert. Nun steht er hier, als angebliche Teilstimme der Community.

  2. Eugalp sagt:

    Die Blogbetreiber haben nie behauptet, eine „Mehrheit“ zu sein.
    Von daher sehe ich deinen Kommentar eher als Bestätigung des Vorwurfs des Artikels (vielleicht ungerechtfertigt, will jetzt nicht deine Kommentare nachlesen, ob du auch für eine Aufhebung der Anonymität warst) – dass (viele?) Leute aus der Community anscheinend nicht so viel Interesse dran haben, sich wirklich mit den angesprochenen Themen auseinanderzusetzen, sondern lieber den Bloggern flache Meinungsmache unterstellen.

  3. David sagt:

    Mein Problem ist, dass die Anliegen dieses Blogs teilweise wahr und richtig sind, dass sie aber keiner wirklich ernst nimmt. Dieses pathetische „wir sehen alles“-Thema, die Anonymität, der Ton; das alles zieht die wichtigen Anliegen an den Verlag ins Lächerliche.

    Und nach unserer demokratischen Grundhaltung, sollten wir diesen Blog doch eigentlich ignorieren, wenn er nicht davon ausginge, tatsächlich eine schweigende Mehrheit zu vertreten. Handele es sich ganz offen um eine Minderheit, so könnte Ulisses gar nicht anders, als diese zu ignorieren und der Mehrheit zu geben, was sie verlangt.
    Minderheiten, die ihr Recht nur deshalb bekommen, weil sie lauter schreien als die Mehrheit, sind nie gut!

  4. Shruuf sagt:

    Ich finde es schon hilfreich, wenn die Minderheit (?) sich mal zu Wort meldet… allerdings kann ich auch nirgendwo eine Mehrheit sehen, die es toll findet, was Ulisses macht. Wo ist also das Problem mit kritisch-polemischen Einzelmeinungen?

  5. Name sagt:

    Ich denke nicht, dass es, außer bei sehr simplen Fragen, möglich ist von klaren Mehrheiten in der RP-Community zu sprechen. Dazu besteht sie meiner Meinung nach aus zu vielen Untergruppen und ist nicht einheitlich genug. Man hat eine große schweigende Masse aus der einige hervorragen, die sich äußern. Ich vermute mal, dass von allen DSA-Spielern nur ein Teil in Foren aktiv ist und von diesen betreibt dann ein noch kleinerer Teil Blogs oder äußert sich sonst wie lauter.
    Von der geäußerten Meinung auf die Meinung aller zu schliessen ist, denke ich, nicht möglich. Daher ist für mich Gotongi weder der Vertreter der Mehrheit noch die Stimme der Minderheit, sondern einfach die Meinung von jemanden, die mehr oder weniger interessant zu lesen ist.

  6. Anonymous sagt:

    Über den tatsächlich Wahrheitsgehalt der Aussage, dass dieser Artikel tatsächlich eingesandt wurde, können nur die „Strippenzieher“ und der Autor etwas sagen. Ich denke, dass es sich dabei um einen selbstverfassten Eintrag handelt. Man bewirbt die Anonymität des vermeintlichen Autors fast zu sehr. Statt auch noch „Dritte“ lamentieren zu lassen, dass man es nicht auf Gloria abgesehen hat, sondern das ultimative Sprachrohr der Community ist (mich könnt ihr btw. ausschließen), sollte man sich einmal fragen: Warum machen die Leute so etwas?

    (1) Es hat nichts, aber auch rein gar nichts, mit Neugier oder Prinzipientreue zu tun, zumindest für mich. Von mir aus könnte Mario Truant höchstpersönlich diese Einträge verfassen, ich würde sie deshalb auch nicht besser oder schlechter finden.

    (2) Wahrscheinlich weil man euch darauf aufmerksam machen möchte, dass ihr wenigstens nach deutschem, österreichischem oder schweizerischem Recht Gefahr lauft, im schlimmsten Fall eine Abmahnung und ein Bußgeld von mehreren 1.000€ einzustreichen.

    Zum Schluss, mein Aufruf, frei nach der Essenz dieses Beitrages:

    Lasst Gotongi machen,
    Lasst Gotongi von einem ins andere Fettnäpfchen treten,
    am Ende möchte ich sie aber nicht sagen hören,
    dass wir sie nicht gewarnt hätten.

    Hochachtungsvoll
    Anonymous

  7. Anonymous sagt:

    „Lasst Gotongi machen,
    Lasst Gotongi von einem ins andere Fettnäpfchen treten,
    am Ende möchte ich sie aber nicht sagen hören,
    dass wir sie nicht gewarnt hätten.“

    Und du hast auch noch Arroganz 10.

  8. Korgash sagt:

    Oh mein Gott, dass dieser Blog wieder und wieder das schöne DSA4-Forum zumüllt. Im Ernst, hat hier jemand was kluges oder interessantes zu sagen?

  9. Vibarts Voice sagt:

    Ähem… da regen sich Leute auf, dass es im Internet Biotope der zumindest oberflächlichen Anonymität gibt? Etwa welche, die auch hinter ihre Meinungsbeiträge nichtssagende Chiffren wie „Anonymus“, „Raidri Conchobair“, „Supermaus24“ oder „Vibarts Voice“ setzen, anstatt die Angaben aus ihrem Personalausweis? Beitragschreiber, die sich eventuell hier gar nicht äußern würden, wenn sie ihren Personalausweis hier ihrem Beitrag als Scan beifügen müssten?

    Wunder über Wunder…

    Zumindest ich schätze meine oberflächliche Anonymität im Internet und würde niemals auf einer DSA-Seite posten, wenn ich meine analoge Identität dabei offensichtlich jedem Betrachter oder Facebook-Freund eines Facebook-Freundes enthüllen müsste. Und ich stehe zu dieser meiner Vorliebe für mein Pseudonym, ja halte sie geradezu für eine demokratische Erungenschaft des Netzes. Auf meinem Wahlzettel steht auch nicht, wer ich bin. Und das finde ich genau so gut. Auch wenn ich zu einer Demonstration gehe und ein Transparent mit einer politischen Meinungsäußerung hochhalte, muss ich als privater Bürger eines freiheitlichen Staates mir meinen Perso nicht um den Hals hängen. Und auch das finde ich gut. Mal abgesehen von positiven Rechtsetzungen in verschiedenen Ländern zur Impressiumspflicht finde ich Tarnmäntel in gewissen Bereichen durchaus diskursfördernd.

    Anonymität im Netz ist in Ordnung. Völlig. Dabei bleibt unbenommen, dass es unter der Oberfläche keine wirkliche Anonymität gibt und irgenwie irgendwo alles abgespeichert und rückverfolgt wird. Von daher möchte ich niemandem das Recht auf ein Pseudonym, das ich in DSA-Foren für mich persönlich einfordere, irgend jemand hier absprechen wollen. Auch Gotongi nicht.

  10. Anonymous sagt:

    Stimmt das Gerücht, das Gotongi auf den Ansatz der „Wiki Leaks Aventuria“ forttragen und mit neuen Leben erfüllen will? An der Idee habe ich nämlich Urheberrechte deluxe!

  11. Anonymous sagt:

    Das hiervor war ich, der SPR Baum…

  12. Der namenlose Held, Retter der Welt! sagt:

    Ich bin mir ja nach wie vor nicht ganz sicher, ob die hier dargebotenen polemisch-überspitzten Texte mit einer guten Portion „Wir sind Anonym und daher Neo, der Auserwählte“ wirklich ernst gemeint sind oder lediglich eine unglaublich gut getarnte Satire auf die DSA-Internet-Szene, deren versteckter Humor einfach zu gut versteckt ist und daher nicht entdeckt wird.

    Abgesehen davon finde ich es irgendwie unterhaltsam, dass das, was man durch die Anonymität verhindern wollte, nämlich die Diskussion und in-frage-stellung der Motive des/der Autoren, eben durch die Anonymität noch viel mehr angeheizt wird, als wenn sie einfach einen Namen drunter gesetzt hätten (der eventuell bekannt ist).

    Nichts desto trotz wünsche ich Waidmanns Heil und gute Jagd!

  13. David sagt:

    Wenn das hier ein Witz sein soll, dann ist er echt gut und ich bin darauf reingefallen! Naja, richtig ernst gemeint sein, kann es ja eigentlich auch nicht…

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